Wie das Growth-Marketing-Team von Anthropic mit Claude Code die Zeit für die Anzeigenerstellung von 30 Minuten auf 30 Sekunden verkürzt hat
Austin Lau, Growth-Marketer bei Anthropic, erzählt davon, dass er früher nicht einmal ein Terminal öffnen konnte, aber mittlerweile Figma-Plugins entwickeln und automatisierte Workflows für Werbeanzeigen erstellen kann – ohne eine einzige Codezeile schreiben zu müssen.
Vor Claude Code hatte Austin Lau noch nie in seinem Leben eine Zeile Code geschrieben. Bei der ersten Einführung des Produkts musste er googeln, wie er ein Terminal auf seinem Computer öffnen kann.
„Meine erste Reaktion, als wir Claude Code auf den Markt brachten, war: Ich habe keine Ahnung, wofür dieses Produkt benutzt wird“, sagt Austin, Growth-Marketer bei Anthropic. „Als Marketingexperte hat es bei mir einfach nicht Klick gemacht – der Anwendungsfall war mir noch nicht klar.“
Aber die Neugier war stärker.
Ein Anthropic-Kollege hatte eine Anleitung im Slack-Workspace des Unternehmens gepostet, wie man Claude Code als nichttechnischer Mitarbeiter installieren kann. Austin entschied sich, seiner Anleitung zu folgen.
Eine Woche später hatte Austin zwei Workflows entwickelt, die seine Arbeitsweise grundlegend veränderten: ein Figma-Plugin, das mit einem einzigen Klick Variationen von Werbeanzeigen generiert, und einen Workflow für Google-Ads, mit dem er Anzeigentexte entwickeln und verfeinern kann und diese dann in hochladbare CSV-Dateien exportiert. Was früher 30 Minuten pro Anzeige in Anspruch nahm, dauert jetzt 30 Sekunden.
Hier erfahren Sie, wie er es geschafft hat und was Marketingexperten aus seinen Erfahrungen mit Claude Code lernen können.
Das Problem: Eine Flut an Texten und kreativen Variationen
Um gutes Marketing in großem Maßstab umzusetzen, muss ein konstanter Strom an kreativen Texten produziert werden. Allein für die responsiven Suchanzeigen von Google sind 15 individuelle Überschriften erforderlich. Alle paar Wochen müssen diese Texte dann aktualisiert werden, wobei die Stimme der Marke beibehalten wird und die Wertversprechen vermittelt werden.
„Die Herausforderung besteht darin, dass man seine Texte sehr, sehr häufig aktualisieren muss“, erklärt Austin. „Und die Anforderungen an die Werbetexte für Google sind sehr starr, da die Zeichenanzahl begrenzt ist.“
Der alte Prozess sah wie folgt aus: Öffnen von Google Sheets, Brainstorming von Überschriften und Beschreibungen, manuelle Überprüfung der Zeichenanzahl, Kopieren und Einfügen in Google Ads und wieder von vorne.
Bei visuellen Anzeigen war der Prozess noch komplizierter. Austin würde Figma öffnen, einen vorhandenen Frame mehrmals kopieren, zu Google Doc wechseln, um seine Überschrift zu übernehmen, wieder zu Figma wechseln, um den Text einzufügen, das Ganze wiederholen – alles bei zehn oder mehr Variationen und mehreren Seitenverhältnissen.
„All diese Schritte zusammengenommen sind sehr zeitaufwändig“, sagt Austin.
Die Lösungen: Zwei Workflows, die zeitraubende Routinearbeiten im Marketing übernahmen
Mit Claude konnte Austin schließlich zwei Arbeitsabläufe erstellen, die seinen Alltag nachhaltig veränderten. Das erste Projekt von Austin bestand jedoch darin, eine einfache Taschenrechner-App zu entwickeln.
„Das Allererste, wofür ich Claude tatsächlich eingesetzt habe, war, mir eine sehr einfache Taschenrechner-App zu erstellen, nur um zu sehen, wie es reagieren würde“, erinnert er sich. „Claude hat im Grunde genommen das Backend erstellt und für mich ein kleines, einfach gehaltenes Frontend. Und dann hat es mir im Grunde gesagt: ‚So würdest du es tatsächlich ausführen.'“
Dieses kleine Experiment veränderte seine Sicht auf die Dinge, die er bei seiner Arbeit erreichen konnte.
Figma-Plugin für kreative Variationen
Das Erstellen von Anzeigenvariationen bedeutete endloses Kopieren, Einfügen und Wechseln zwischen Figma und Google Docs.
Also hat Austin ein Figma-Plugin mit Claude Code entwickelt, dessen Erstellung zwar zwischen 45 Minuten und einer Stunde dauerte, ihm jedoch jetzt fast 30 Minuten bei der Aktualisierung einer großen Anzahl von kreativen Varianten in verschiedenen Seitenverhältnissen spart.
Zuerst hat er Claude Code geöffnet und sein Problem über einen Prompt beschrieben: „Claude, ich arbeite in Figma. Ich möchte in der Lage sein, das Problem mit diesem sich wiederholenden Kopieren und Einfügen zu lösen. Kannst du mir helfen, ein Figma-Plugin zu erstellen, um mein Problem zu lösen?“
Claude hat darauf hin recherchiert und die besten Möglichkeiten für die Entwicklung eines Plugins bewertet. Es hat sich angesehen, welche Beschränkungen es gab, und hat dann mit der Erstellung eines Prototyps begonnen. Nach einigen Schritten zur Fehlerbehebung hatte Austin ein funktionierendes Plugin in Figma installiert.

„Ich muss lediglich den Rahmen der Anzeige angeben und dann alle verschiedenen Varianten und Texte, die ich aktualisieren möchte, einmalig kopieren und einfügen. Mit einem Klick auf eine Schaltfläche erstellt das Figma-Plugin alle verschiedenen Permutationen für dieses einzelne Bild", erklärt Austin.
Texterstellung für Google Ads
Für responsive Suchanzeigen hat Austin einen Workflow entwickelt, der beim Brainstorming und bei der Erstellung von Upload-fähigen Anzeigentexten hilft und vorhandene Kampagnen- und Performance-Daten von früheren Anzeigen nutzt, um zu ermitteln, welche Art von Messaging gut bei den Verbrauchern ankommt. Dieser Workflow spart pro Woche mehrere Stunden bei der Texterstellung und der Zeichenvalidierung. Mit der Zeit, die er bei mechanischen Aufgaben einspart, kann Austin jetzt mehr experimentieren und ausprobieren, welche Texte am besten funktionieren.
Für die ersten Schritte gibt er /rsa in Claude ein – einen benutzerdefinierten Slash-Befehl, den er für responsive Suchanzeigen erstellt hat. Claude Code fragt nach Kampagnendaten, vorhandenen Texten und Schlüsselwörtern, die er dann mit den Agentenskills abgleicht, die er für den Markenton und die Stimme von Anthropic, die Produktgenauigkeit und die Best Practices für Google Ads RSA erstellt hat.
Aber das Ergebnis ist nur ein Ausgangspunkt.
„Claude ist ein großartiger Partner fürs Brainstorming, aber manchmal macht das System es nicht gleich beim ersten Versuch richtig“, erklärt Austin. „Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, zu improvisieren und herumzuprobieren, bis sich der Text perfekt anhört.“
Diese Verfeinerung ist wichtig, da Austin jede Überschrift anhand dessen bewertet, was seiner Erfahrung nach bei den Zielgruppen von Anthropic Anklang findet. Kommt das Wertversprechen an? Stimmt der Tonfall? Hebt es sich von unseren Mitbewerbern ab? Sobald sich der Text richtig anfühlt, kombiniert Claude Code alles in einer CSV-Datei, die hochgeladen werden kann.
Und all dies baut auf einer menschlichen Grundlage auf. „Alle Texte und Beispiele, die wir Claude zur Verfügung stellen, wurden in Zusammenarbeit mit den Produktmarketing- und Copywriting-Teams geschrieben“, sagt Austin. Dieser starke Ausgangspunkt bedeutet, dass menschliches Urteilsvermögen bereits integriert wurde, bevor Claude überhaupt mit dem Brainstorming beginnt.

Best Practices für die Erstellung Ihrer eigenen Workflows
Austins Erfahrung bietet praktische Ratschläge für Marketer – oder eigentlich für alle ohne technischen Hintergrund –, die mit Claude Code benutzerdefinierte Tools entwickeln möchten.
Beginnen Sie mit kleinen, sich wiederholenden Schritten
„Mein Rat wäre: Wenn Sie ein Tool wie Claude Code ausprobieren möchten, überlegen Sie einfach, welche Bereiche Ihrer Arbeit entweder repetitiv sind oder automatisiert werden könnten, und beginnen Sie einfach mit etwas ganz, ganz Kleinem und Einfachem“, erklärt Austin.
Das erste Projekt von Austin war beispielsweise die Erstellung seiner Taschenrechner-App, um erst einmal zu sehen, wie Claude arbeitet.
Lassen Sie sich bei der Arbeit von Ihrer Neugier leiten
Austin beschreibt sich selbst als „die Art von Mensch, die, wenn sie sehr neugierig auf etwas ist, einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und die Antwort unbedingt herausfinden muss.“ Diese Beharrlichkeit hat ein leeres Terminal, mit dem er nicht umzugehen wusste, in funktionierende Arbeitswerkzeuge verwandelt, die er täglich verwendet.
Sprechen Sie mit Claude, als würden Sie einem Kollegen ein Problem erklären
„Sie müssen nicht wissen, wie man programmiert. Sie müssen lediglich wissen, wie Sie Ihr Problem und das, was Sie zu lösen versuchen, sehr klar und prägnant erklären können“, sagt Austin.
Nicht-technische Mitarbeiter sind bereits Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet. Sie verstehen ihre Workflows, sie wissen, wo es zu Engpässen kommen kann und sie haben eine genaue Vorstellung davon, wie das Ergebnis auszusehen hat. Mit Claude Code können sie wiederkehrende technische Probleme selbst beheben.
Bauen Sie auf bereits vorhandenen Ressourcen auf
Für das Figma-Plugin verwies Austin Claude Code auf vorhandene Figma-API-Dokumentation. Claude führte seine eigene Recherche auf Grundlage der vorhandenen Dokumentation durch und baute einen Prototyp für Austin, mit dem er experimentieren konnte. Ein Prototyp, der kaum funktionierte, genügte für den Machbarkeitsbeweis für Austins Idee und führte schließlich zu einem funktionierenden Produkt.
Das Gesamtbild
Lange Zeit ging Austin davon aus, dass bestimmte Dinge unerreichbar waren. Wenn er die Installation eines Tracking-Pixels benötigte, musste er einen Entwickler um die Installation bitten. Wenn er einen benutzerdefinierten Workflow erstellen musste, musste er ein Ticket beim Support einreichen.
„Vor einigen Jahren hätte ich gesagt, dass man wahrscheinlich ein Team von Entwicklern braucht, wenn man eine Idee hatte, so einen Workflow zu bauen, um einen dabei zu unterstützen“, sagt Austin. „Jetzt kann ich als nichttechnischer Marketingexperte mit einem Tool wie Claude Code tatsächlich losgehen und diese Dinge selbst entwickeln. Daher ist die Lücke zwischen ‚Ich wünschte, so etwas gäbe es' und ‚Ich kann das tatsächlich selbst bauen' tatsächlich viel geringer, als den Leuten bewusst ist.“
Er hat seine Workflows jetzt vor Kollegen und Kunden demonstriert, und sie haben alle dieselbe Reaktion: Warum haben wir das nicht hinbekommen?
Was als Nächstes für Marketingexperten kömmt
Austin geht davon aus, dass sich die Rolle des Growth-Marketers rasant weiterentwickelt. „Ich denke, Growth-Marketing entwickelt sich fast in die Richtung eines Produktmanagers“, so Austin. „Wir können nicht nur Kampagnen durchführen, sondern auch Produkte entwickeln, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen.“
Austin ist nicht der einzige Marketingexperte bei Anthropic, der mit Claude arbeitet. In der gesamten Marketingorganisation erzielen Teams ähnliche Ergebnisse:
- Influencer Marketing nutzt Claude, um Skripte für Influencer und Podcasts zu schreiben, wodurch monatlich über 100 Stunden frei werden, in denen sie sich auf höherwertige Aufgaben konzentrieren können
- Customer Marketing erstellt Fallstudien in 30 Minuten statt in 2,5 Stunden, was eine Zeitersparnis von 10 Stunden pro Woche bedeutet
- Digital Marketing hat Workflows für die Webentwicklung erstellt, die die Produktivität des Teams im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache gesteigert haben
- Produktmarketing erstellt mit Skills und Projekten Briefings zur Einführung, was eine Zeitersparnis von 5 bis 10 Stunden pro Einführung bedeutet
- Partnermarketing hat eine Self-Service-Lösung zur Event-Aktivierung für den Vertrieb entwickelt, was den Zeitaufwand für die Messevorbereitung um 40 % reduziert
„Die meisten Marketingexperten gehen KI wahrscheinlich auf dieselbe Weise an, wobei sie KI nur als Möglichkeit sehen, Aufgaben wie das Schreiben von Texten oder Brainstorming zu optimieren“, sagt Austin. „Aber sie haben noch nicht darüber nachgedacht, in welchen Bereichen sie Tools wie Claude tatsächlich in ihren Workflow integrieren können.“
Teams, die Tools wie Claude Code einsetzen, erhalten die Möglichkeit, weniger Zeit mit repetitiver Ausführung zu verbringen und mehr Zeit für die Aufgaben zu verwenden, die für ihre Arbeit wichtig sind.
Legen Sie noch heute mit Claude Code los. Weitere Erfahrungsberichte finden Sie in der Serie „Wie Anthropic Claude nutzt“..